Mehrtägige Paddeltour auf der Ems 2021


Nachdem ich zwei vielversprechende Packrafts ausprobiert und verglichen habe, habe ich mich für das MRS Nomad S1 in der normalen (also nicht-light) Variante entschieden. Die erste längere Tour sollte Ende August 2021 auf der Ems stattfinden.

Die Route

Anders als beim Wandern gibt hier der Fluss die Route vor. Los gehen sollte es in Warendorf und am Wehr von Herbrum sollte die Tour zu Ende gehen.

Leider kam es aber nicht soweit, schon am dritten Tag musste ich meine Tour krankheitsbedingt in Emsdetten abbrechen. Bis dahin war es aber eine schöne und ruhige Tour.

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Equipment

Natürlich hatte ich mein MRS Nomad S1 dabei, dessen Light-Variante ich zuvor bereits einmal getestet hatte, sowie das Doppelpaddel ExtaSea Tour Vario aus Fiberglas in der 220-240 cm Ausführung.

Geschlafen habe ich unter meinem Tarp, welches einfach aus einer Baumarktplane mit Ösen besteht und sich auch bei anderen Touren bewährt hat. Meine leichte Ultralight Air Mat von Sea To Summit und mein einfacher Sommerschlafsack von Frilufts waren auch dabei.

An Elektronik hatte ich ein Solarpanel von Anker mit, sowie Handy, eBook-Reader und Kamera. Großartig navigieren brauchte ich natürlich nicht, dennoch habe ich die Route ausgedruckt dabei gehabt.

Ansonsten das Übliche und viel Kleinkram: Gaskocher, Hut (schließlich war noch Sommer), Sonnencreme, Hirschtalgcreme für die Hände, Wechselkleidung, Dry-Bags, etc.

Tag 1: Warendorf → Gelmer

Um kurz nach 4 Uhr bin ich aufgestanden, um 5:46 ging schließlich mein Zug. Gegen 8:50 war ich dann in Warendorf und habe an der Teufelsbrücke mein Boot aufgebaut, wo man über eine kleine Treppe gut ins Wasser kommt.

Mein Packraft an der Ems in Warendorf. Im Hintergrund die Teufelsbrücke und rechts die Treppe runter ins Wasser.
Mein Packraft an der Ems in Warendorf. Im Hintergrund die Teufelsbrücke und rechts die Treppe runter ins Wasser.

Gegen 10 Uhr ging es dann ins Wasser und los. Die Strömung war ganz ordentlich und ich kam schnell voran. Nach einer kleineren Stromschnelle hinter Warendorf kam vor dem Ort Einen eine größere und anspruchsvollere Stromschnelle. Wenn man sich unwohl fühlt, gibt es aber – wie bei fast allen Stromschnelle – die Möglichkeiten zum Umtragen.

Stromschnelle bei der Mündung der Hessel (links) in die Ems (rechts).
Stromschnelle bei der Mündung der Hessel (links) in die Ems (rechts).

In Telgte gibt es dann ein Wehr und man merkt schon 1-2 km vorher, dass sich das Wasser staut und die Strömung nachlässt. Auch hier gibt es an der Mühle am Emstor eine Stelle zum Umtragen, man muss allerdings eine Landstraße queren.

Im weiteren Verlauf gab es ein paar kleinere Stromschnellen, teilweise mit Umtragemöglichkeit, aber keine davon war ein ernsthaftes Problem. Die Strecke enthielt auch einige renaturierte Gebiete, wo künstliche Schleifen in die häufig begradigte Ems gebaut wurden. Abgesehen davon war die Ems stellenweise recht langweilig, solche renaturierten Stellen haben die Tour definitiv aufgewertet.

Renaturierter Abschnitt zwischen Einen und Telgte.
Renaturierter Abschnitt zwischen Einen und Telgte.
Stromschnelle hinter Telgte auf Höhe vom NSG Klatenberge.
Stromschnelle hinter Telgte auf Höhe vom NSG Klatenberge.

Viel mehr Strecke habe ich auch nicht gemacht und schließlich mein Lager am Ufer aufgebaut. Es war aber schwierig einen vernünftigen Platz zu finden, denn entweder besteht das Ufer aus einem künstlichen 45° Abhang, einer natürlichen Abbruchkante oder dichtem Buschwerk.

Mein Lager für die erste Nacht.
Mein Lager für die erste Nacht.

Tag 2: Gelmer → Emsdetten

Am nächsten Tag ging es früh weiter, sprich um 9:15 Uhr war ich wieder unterwegs. Der Pegel hat über die Nacht etwas nachgelassen, am Ufer konnte man deutlich erkennen, dass ca. 10 cm weniger Wasser war als am Tag zuvor. Aber kein Grund zur Panik, für ein Packraft war immer noch genug Wasser unterm Kiel.

Schon nach kurzer Zeit kam ich an den markanten Kanalüberführungen Alte Fahrt und Neue Fahrt vom Dortmund-Ems-Kanal vorbei. Der zweite Trog der Neuen Fahrt war ganz neu, zu dem Zeitpunkt noch gar nicht eröffnet und dennoch sehr imposant.

Blick auf die Alte Fahrt, sowie den neuen türkisen Trog der Neuen Fahrt. Dahinter in Grau der bisher Trog der Neuen Fahrt.
Blick auf die Alte Fahrt, sowie den neuen türkisen Trog der Neuen Fahrt. Dahinter in Grau der bisher Trog der Neuen Fahrt.
Selbe Überführungen nach der Durchfahrt.
Selbe Überführungen nach der Durchfahrt.

Die nächste interessante Stelle kam dann in Greven. Dort wurden jüngst in 2021 zwei Abschnitte umgebaut und Wehre (Cramer und Schöneflieth) durch verschränkte Buhnen ersetzt. Die dadurch entstandenen Stromschnellen haben viel Spaß gemacht, waren für mich aber auch eher anspruchsvoll (ICF Stufe II, bei höherem Pegel und mehr Strömung vielleicht III).

Luftaufnahme der neuen Buhnen in Greven bei niedrigem Wasserstand. © FLUSSGEBIETE NRW
Luftaufnahme der neuen Buhnen in Greven bei niedrigem Wasserstand. © FLUSSGEBIETE NRW

Hinter Hembergen gibt es einen großen renaturierten Bogen, bei dem es landschaftlich wieder recht schön wurde. Dort war die Ems zwar 30 m breit, aber vielleicht nur ca. 70 cm tief, sodass ich beim treiben lassen den Boden und die Fische beobachten konnte.

Renaturierte Ems hinter Hembergen.
Renaturierte Ems hinter Hembergen.

Mein Camp habe ich dann ca. 2 km vor Emsdetten auf einer kleinen Sandbank aufgebaut. Hier war das restliche Ufer wieder sehr steil und die Ems ziemlich begradigt und eingebettet in ein künstliches Ufer.

Mein Camp für die zweite Nacht. Rechts auf der anderen Flussseite sieht man die künstlichen 45° Abhänge mit reichlich Buschwerk.
Mein Camp für die zweite Nacht. Rechts auf der anderen Flussseite sieht man die künstlichen 45° Abhänge mit reichlich Buschwerk.

Tag 3: Abbruch in Emsdetten

Leider habe ich mir etwas eingefangen und die Nacht über kaum geschlafen, sodass ich die Tour in Emsdetten abbrechen musste. An der Brücke der B475 gibt es eine Slipanlage, wo man sehr gut auch größere Boote rein lassen und raus holen kann. Meine Tour war hier also bereits zu Ende.

Fazit

Einerseits war es schön längere Zeit zu paddeln, die Stromschnellen zu meistern und sich ab und zu treiben zu lassen. Die Ems ist allerdings größtenteils begradigt und trotz vereinzelter gut gelungener Renaturierungen insgesamt mittelmäßig schön. Gerade die künstlichen Ufer (siehe letztes Bild) sind keine Augenweide, man fühlt sich wie in einem Trog und hat teilweise für Kilometer keine guten Möglichkeiten für eine Pause.

Ich fand es daher nicht allzu schade in Emsdetten Schluss gemacht zu haben, schließlich ist die Ems ab Rheine Schifffahrtsweg und am AKW Lingen mündet eh der Dortmund-Ems-Kanal in die Ems. Schöner wird sie ab Emsdetten also eher nicht.

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