Besteigung der Kramerspitz Oktober 2024
In Oktober 2024 habe ich wieder Wanderurlaub in den Alpen gemacht und die Kramerspitz erklommen. Der Gipfel ist 1985 m hoch und liegt direkt neben Garmisch-Partenkirchen. Anders als bei meinem Zugspitz-Abenteuer zwei Jahre zuvor habe ich den Gipfel dieses Mal tatsächlich erreicht.
Infos & Hinweise
Routenplanung
Die Wege in dieser Region sind gerade in den niedrigeren Lagen sehr verzweigt, man hat also viele Möglichkeiten die Route zu gestalten. Der Gipfel selbst ist jedoch nur über einen Weg erreichbar, dort hat man also keine anderen Möglichkeiten.
Es bietet sich an von Garmisch oder Schmölz aus zu starten und im jeweiligen anderen Ort zu enden (siehe auch meine Route unten).
Um den Kramerspitz herum gibt es zwei Möglichkeiten einzukehren und sich zu stärken: Die Stepbergalm und die Gaststätte St. Martin am Grasberg. Gerade von der Stepbergalm kann man auch viele weitere Touren in der Region machen und hat die Möglichkeit, einen der vielen anderen Gipfel zu erklimmen.
Meine Route
Hier die Eckdaten:
- Start: Zoeppritzstraße (Garmisch)
- Ende: Schmölz
- Länge: 14,5 km
- Aufstieg / Abstieg: 1700 m / 1600 m
- Dauer: ca. 7:30 Stunden
- Schwierigkeit: T3 (anspruchsvoll; für Menschen mit Erfahrungen in den Alpen!)
Ich bin von Garmisch aus über die Zoeppritzstraße gegangen, von deren Ende ein Forstweg abgeht und in den Wald hinein führt. Ab der Gaststätte St. Martin am Grasberg bin ich den Kramersteig hoch bis zu einer Lichtung, wo sich der Weg teilte. Dort ging es dann nach Osten weiter zur Kramerspitz. An der Stepbergalm habe ich Station gemacht und bin schließlich durchs Gelbe Gewänd runter nach Schmölz.
Vollständige Karte anzeigenAusrüstung & Sicherheitshinweise
Wie die Bilder unten zeigen, ist das Gelände definitiv alpin und in der SAC Skala bei T3 einzuordnen. Daher sind Wanderschuhe und etwas Erfahrung beim Wandern in den Bergen Pflicht! Man braucht jedoch kein gesondertes Sicherungsequipment.
Man sollte zudem schwindelfrei sein, da es stellenweise neben dem Weg sehr steil runter geht und man auch auf einem Grat laufen muss, wo es beidseitig steil runter geht.
Zudem sollte man genug zu trinken und etwas zu essen einpacken. Man sollte gerade im Sommer damit rechnen, dass manche Bäche und Trinkwasserstellen zumindest zeitweise versiegt sein können. Ich war nach ca. 4 Stunden auf dem Gipfel und war sehr froh, genug zu trinken und einige Snacks dabei gehabt zu haben.
Bedenke außerdem auch den Temperaturunterschied zwischen Tal und Gipfel, sowie das rauere Wetter dort oben. Nimm an kühlen Tagen am besten eine winddichte Jacke mit.
Aufstieg
Vom Ortskern in Garmisch bin ich um 9 Uhr über die Zoeppritzstraße Richtung Kramerplateauweg los gegangen. Den Kramerplateauweg bin ich jedoch nicht gegangen, stattdessen beginnt dort der Kramersteig, den ich zunächst hinauf zur Gaststätte St. Martin am Grasberg gegangen bin. Ich war erst ca. eine Stunde unterwegs, habe dort also keine Pause eingelegt.
Ab der Gaststätte wird der Kramersteig dann sehr steil, sehr anstrengend, aber auch sehr schön wird. Man kommt immer höher und hat eine immer bessere Aussicht über die Landschaft. Der Weg wird auch immer anspruchsvoller und teilweise findet man Stahlseile zur Sicherung oder Befestigungen des Weges.
Es gibt viele Stellen, um die Aussicht zu genießen und an der Felsenkanzel, einer kleinen Aussichtsplatform für schwindelfreie Wanderer, hat man eine besonders schöne Aussicht. Dort bin ich gegen 10:45 Uhr angekommen und habe eine kurze Pause eingelegt.
Ab der Kanzel wird es auch richtig anstrengend. Der Weg windet sich in engen Serpentinen den Berg hoch und ab und an braucht man auch schon mal die Hände, um sich irgendwo hoch zu ziehen. Man muss nicht wirklich klettern (es ist kein Klettersteig), aber das Gelände ist recht anspruchsvoll.
Als Norddeutscher war ich das überhaupt nicht gewohnt und bei höchstens 10 °C und Wind trotzdem komplett nass geschwitzt. Einige ältere Ehepaare sind während meines Aufstiegs auch flott an mir vorbei gewandert, als wäre es plattes Land.
Nach gut einer weiteren Stunde habe ich dann gegen 11:45 den oberen Teil des Kramersteigs erreicht. Auf einer kleinen Lichtung zwischen den Latschen, die mittlerweile den Wald abgelöst haben, teilt sich der Weg. Nach rechts geht es zum Katzenkopf, nach links zur Kramerspitz.
Von dort an ging es nur noch leicht hinauf. Der Weg ist auch eher ein Auf und Ab zwischen vielen schroffen Gipfeln und Klippen.
Und schließlich, gegen 12:45 Uhr war ich auf dem 1985 m hohen Gipfel der Kramerspitz angekommen. Oben war es wirklich sehr kalt und windig, ich war froh eine Jacke dabei gehabt zu haben.
Es waren eine ganze Reihe von Menschen dort oben, es war fast schon voll. Einer war sogar mit einem Hund hinaufgeklettert, der mit der Steigung überhaupt keine Probleme zu haben schien. Selbst auf dem Gipfel war er ganz lebendig am Erkunden und Beschnüffeln der Umgebung.
Abstieg
Der Abstieg war an wenigen Stellen wirklich steil und insgesamt weniger anspruchsvoll, als der Aufstieg. Bis zur Stepbergalm sind es vom Gipfel ca. 2 km für die ich etwa anderthalb Stunden gebraucht habe. Gegen 14:45 Uhr war ich bei der Stepbergalm und habe mich gestärkt. Auch dort war reger Betrieb und viele Wanderer waren in der Umgebung unterwegs.
Von der Alm ging es für mich dann über den Gelbes Gewänd Steig hinab die verbleibenden ca. 6 km nach Schmölz, wo meine Tour dann gegen 16:15 Uhr endete. Der Steig ist schmal, aber gut zu gehen und nicht so steil, wie der Aufstieg von Garmisch zur Lichtung. Am Gelben Gewänd gibt es einen kleinen klaren Bach, an dem man gut eine Pause einlegen und die Wasserflasche auffüllen kann. Ob er auch im Sommer Wasser führt, weiß ich leider nicht.
Fazit
Auch, wenn die Kramerspitz um ein paar Meter kein 2000er ist, hat man hier auf jeden Fall schönes alpines Gelände, großartige Aussichten und eine sehr gute Erreichbarkeit. Die Abschnitte oberhalb der Baumgrenze sollten aber definitiv nur mit alpiner Erfahrung und nur bei gutem Wetter begangen werden. Wenn das Wetter mitspielt und du die nötige Erfahrung hast, kann ich die Tour wärmstens empfehlen und wünsche dir viel Spaß.