Island 2018: Vorbereitungen

Bevor wir von unserer Island-Reise 2018 an sich berichten, möchten wir dir von der Art und Weise berichten, wie wir uns vorbereitet haben.

Irgendwann vor langer Zeit fiel der Entschluss nach Island zu reisen. Am 18.07.2018 war es dann endlich soweit und der Flieger startete, doch bis dahin musste erst mal Einiges geschehen.

Hier also so eine Art FAQ zum Thema Vorbereitung mit allgemeinen Informationen, Hinweisen und Erfahrungen.

Eckdaten zur Reise

  • Island 18.07.2018 - 10.08.2018 (24 Tage)
  • Region Þórsmörk - Eldgjá - Langisjór - Landmannalaugar
  • Ohne Campingplatz, Hotel oder Supermarkt zwischendurch
  • Personen: Wir (Kristina und Hauke)
  • Erfahrung: Mittelmäßig bis wenig
  • Körperliche Verfassung: Mittelmäßig bis untrainiert

Unsere Route (0.53MB)

Eckdaten planen

Zunächst haben wir die Eckdaten geklärt:

  • Wann?
  • Wie lange?
  • Was wollen wir sehen?

Die Fragen ließen sich recht leicht beantworten, denn Urlaub und Budget waren dabei zwei wichtige Faktoren. Wir wollten also unseren kompletten Urlaub verprassen und vom 18.07.2018 bis zum 10.08.2018 unterwegs sein (das sind 24 Tage). Ursprünglich sollte es erst am 20./21. los gehen, aber der Flug war am 18. günstiger.

Was wir sehen wollten haben wir uns grob überlegt. Unbedingt sehen/erleben wollten wir unter Anderem eine heiße Quelle, eine schwarze Vulkanebene und viele grüne Berge.

Danach ging es dann weiter ins Detail:

  • In welcher Region?
  • Wie kommt man da hin/wieder weg?
  • Welche Route nimmt man?

Diese Fragen bedurften etwas Recherche, zumal wir uns in Island nicht auskannten.

Die richtige Region finden

Wir haben hier ganz stumpf auf Google Maps geschaut was uns gefällt. Ein paar Punkte waren fix (z.B. Langisjór oder Mælifell), da wir diese schon vorher im Netz gesehen hatten und da unbedingt hin wollten.

Gelernt haben wir, dass es Bereiche gibt, die kaum kartografiert sind. Zum Beispiel haben wir von der Strecke Langisjór bis Landmannalaugar kaum Informationen über die Beschaffenheit, keine Fotos und wenig Erfahrungsberichte gefunden. Wir mussten uns somit später bei der Routenplanung einige Alternativen überlegen, um die Ungewissheiten und Risiken zu minimieren.

Die fertige Route startete in Þórsmörk und endete in Landmannalaugar. Zur Route aber in den eigentlich Reiseberichten mehr.

An- und Abreise

Klar war eins: Mit dem Flieger geht es hin. Aber wie weiter?

Schlafen wollten wir die erste Nacht auf dem Campingplatz in Reykjavík, aber unklar war die An- und Abreise. Wir haben viel gesucht und immer überlegt, ob es Alternativen gibt. Am Ende sind wir wie folgt verblieben:

Mit dem FlyBus wollten wir von Keflavík nach Reykjavík (BSÍ), in der Stadt einkaufen und dann weiter zum Campingplatz laufen (das ist nicht weit und man sieht etwas von der Stadt).

Für die Reise ins Hochland (und zurück) haben wir Tickets bei Reykjavík Excursions gebucht, das war für uns am angenehmsten. Je nach Route kann es ggf. preisliche Unterschiede zwischen Anbietern geben, war bei uns aber nicht der Fall.

Zurück zum Flughafen sollte es wieder mit den FlyBus gehen zu dem wir etwas Umsteigezeit am BSÍ eingeplant haben.

Zu den Transportmitteln wird es vermutlich auch nochmal einen eigenen Beitrag geben.

Quelle von Informationen

Informationen haben wir hauptsächlich über Bekannte und Foren im Internet bezogen. Es gibt natürlich auch Bücher über alles Mögliche, aber da haben wir keins konsultiert.

Wir haben viele Berichte wie diesen gelesen. Die waren mehr oder weniger hilfreich, aber sobald wir Bilder eines schwierigen/kritischen Ortes hatten (z.B. einer Furt), half es uns zum Teil bei der Routenplanung.

Auf YouTube gibt es viele Videos, was sehr hilfreich ist, da man so sehen kann wie tief die Furten wirklich sind und wie die Landschaft tatsächlich aussieht. Es gibt auch z.B. Zeitrafferfahrten, die einen guten Eindruck der Landschaft, Straßen, Wetter und Bodenverhältnisse geben.

Ansonsten gibt es auf Reddit verschiedene Subreddits (das sind quasi Unterkategorien) zum Thema Ultra leicht, Island besuchen und Wandern allgemein. Darüber hinaus haben wir auf dem Forum outdoorseiten.net nach Feedback gefragt. Die guten alten Foren sind mit die beste Quelle für Informationen.

Vom Feedback nicht verwirren lassen!

Bei den Kritikern ist das ja immer so eine Sache, es gibt da solche und solche.

Manche geben konstruktiv Kritik, nennen Alternativen oder berichten von Erfahrungen. Andere weisen nur darauf hin, dass etwas eine unglaublich dumme Idee ist oder übertreiben maßlos, bieten aber keine Verbesserung/Alternative an.

Man darf sich mit manchen Äußerungen nicht verwirren oder einschüchtern lassen. Sammle erst mal Meinungen und wäge dann selber ab welche Verbesserungen/Änderungen du vornimmst. Nicht blind auf Andere vertrauen!

Unsere Erfahrung mit Kritikern im Netz

Wir sind nicht mit der Intention los gegangen, dass es ein Spaziergang wird. Viele betrachten eine Wanderung (bzw. Trekking) wohl als einen entspannenden Spaziergang und haben uns abgeraten eine Reise, wie wir sie geplant haben, an zu treten (warum wirst du im Verlaufe der Berichte feststellen).

Rückblickend kann man aber sagen, dass viele von den Kritikern/Pessimisten nicht so wirklich recht hatten. Es gab eine Menge konstruktives Feedback, aber auch das haben wir nicht immer befolgt und sind Kompromisse eingegangen.

Ein Beispiel: Jeder hat uns davon abgeraten das Essen für 24 Tage und die resultierenden 30kg Gepäck selber zu schleppen. Wir haben es dennoch gemacht, war sehr schwer, hat aber funktioniert.

Route ausarbeiten

Hat man gewisse Ziele, muss man nur noch eine Route finden. Man sollte dabei einerseits ins Detail gehen, andererseits Stellen für Alternativen offen lassen. Generell gilt: Es kommt sowieso vieles anders als geplant.

Wir haben uns im wesentlichen angeschaut, wo z.B. Klippen oder nicht furtbare Flüsse sind. Alles Hindernisse, die nicht überwindbar sind.

Stellen, die spannend erschienen (z.B. eine Furt) haben wir markiert und uns eine Alternative überlegt, z.B. eine Brücke weiter flussabwärts.

Kartenmaterial

Wir haben uns eine Wanderkarte gekauft, diese eingescannt und die Route dann digital markiert. So konnten wir nochmal nach Alternativen suchen und die Route ändern ohne die tatsächliche Karte unlesbar zu machen.

Freies (bzw. einfach nur frei zugängliches) Kartenmaterial, das auch genug Details zeigt, gibt es wenig. OpenStreetMap (OSM) ist ein großartiges Projekt und enthält teilweise feinere Details als proprietäres Kartenmaterial. Kein Wunder, dass Karten von Firmen wie Garmin auf OSM basieren. Dennoch gibt es in Island viele schwach kartografierte Gebiete.

Wer Bildkarten haben möchte (also sowas wie Google-Earth), der greift am besten auf map.is zurück. Hochauflösende Farbfotos von ganz Island (wie z.B. bei dem Routen-Bild von oben ).

Unsere digitale Karte mit der finalen Planung haben wir zudem an Freunde und Verwandte geschickt, damit diese wussten wo wir wann ca. sein wollten.

Equipment

Ein spannendes Thema.

Wir haben im Netz Erfahrungsberichte gelesen was man einpacken sollte, Leute in Foren gefragt und uns beim Ausstatter unseres Vertrauens erkundigt. Im Endeffekt haben wir aber, wie bei der Route auch, eine große Menge gesunden Menschenverstand angewandt.

Wenn du Freunde oder Bekannte hast, die eine ähnliche Tour gemacht haben, solltest du dich mit denen mal zusammensetzen. Menschen direkt anschreiben (in Foren mit einer privaten Nachricht oder generell per E-Mail) kann auch sehr helfen.

Gewicht minimieren

Interessant wurde es dann beim Thema Gewicht. Wir haben damit gerechnet so 25 bis 30kg zu schleppen. Wenn man da an diversen Stellen ein paar Gramm sparen kann, ist man darüber sehr froh.

Wir haben zum Beispiel nur einen Kocher und ein Geschirr-Set (zwei Teller, große Tasse, kleine Tasse) mitgenommen. Spart nicht am Schlafsack, wir haben einen schweren 1,8kg durch einen leichten 0,7kg Schlafsack ersetzt, aber das empfehle ich niemandem! Wenn es kalt wird (was sehr wahrscheinlich ist), ist es nicht nur unangenehm, es kann auch schnell ungesund werden!

Verpflegung

Für uns ein noch spannenderes Thema als das Equipment.

Man kann an vielen Stellen nachlesen, dass man beim Wandern locker das doppelte an Kalorien verbrät, wie im normalen Alltag. In der Regel stimmt das auch! Wir mussten also demnach ca. 4000 bis 5000 kcal am Tag jeweils zu uns nehmen.

Mal rechnen…
Wenn man sagt, dass der durchschnittliche Kaloriengehalt bei 450kcal/100g liegt (geschätzter Durchschnitt von normalem Essen und Nüssen), schleppt man ein Kilogramm Essen pro Tag mit sich rum. Bei 24 Tagen sind das entsprechend 24kg. Kann man sicherlich auch schaffen, war uns dann aber doch zu viel. Zudem braucht man dann einen richtigen Lastenrucksack und anderes Equipment.

Wir hatten jeweils 13kg dabei. Wir haben also unsere 4000-5000kcal pro Tag nicht geschafft. Lerne deinen Stoffwechsel kennen, es kann sein, dass du während der Tour einige Kilos verlieren wirst.

Hinweis: Mehr Appetit zum Ende hin

Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Ca. ab der Hälfte der Tour ist unser Appetit gestiegen. Lieber damit rechnen, dass man ab der Hälfte ca. 1,5 (oder je nach generellem Appetit noch mehr) Portionen braucht um satt zu werden.

Am besten vor der Wanderung mal eine Mahlzeit zubereiten und schauen wie sättigend sie ist.

Fazit

Planung ist das A und O. Nicht blind auf irgendetwas verlassen, immer Alternativen im Petto haben! Das Internet ist super, erzählt aber nicht immer die Wahrheit und nicht alle Infos sind relevant.

Entscheidungen immer selber fällen und aus den Fehlern anderer lernen! Gesunder Menschenverstand ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Falls du gerade selber am planen bist: Viel Spaß dabei und noch viel mehr Spaß auf deiner Reise! :)

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